
Dieses Jahr hat Lena Thurnhausstatter unser APC-Stipendium für ihre Masterarbeit erhalten.
Ihre Masterarbeit beschäftigt sich mit vier jüdischen Männern aus vier verschiedenen Herkunftsnationen, die zwischen 1942 und 1945 in den oberbayerischen Internierungslagern (Ilags) VII Laufen und Tittmoning inhaftiert waren. Jüdinnen und Juden wurden in Ilags deportiert, wenn sich das NS-Regime durch ihre Nationalität erhoffte, sie gegen inhaftierte Reichsdeutsche im Ausland tauschen zu können. Für die vier inhaftierten Juden in Laufen und Tittmoning soll untersucht werden, wie sich die Nationalität als intersektionale Diskriminierung auswirkte. Dafür werden die Leben der vier Männer vor, während und nach der NS-Haft in den Ilags im Rupertiwinkel analysiert, um nicht nur Unterschiede, sondern auch potenzielle transnationale biografische Gemeinsamkeiten aufzeigen zu können. In einem Exkurs wird zudem einer erinnerungskulturellen Frage nachgegangen: Wird an die jüdischen Inhaftierten in diesen beiden Städten Oberbayerns überhaupt erinnert? Die Abschlussarbeit widmet sich erstmalig ausführlich dem Thema der jüdischen Internierten im Ilag VII Komplex.